Festsitzender Zahnersatz

Der Verlust der natürlichen Zähne ist eine Tatsache, die sich auf Dauer nicht vermeiden lässt. Die Ursachen für Zahnverlust können dabei vielfältiger Natur sein. Welcher Grund auch immer verantwortlich ist, Zahnverlust kann weitere Probleme nach sich ziehen. Kau- und Sprechfunktionen werden beeinträchtigt, es kann zu Fehlstellungen und anderen Schädigungen kommen. Bereits in frühester Zeit wurde deshalb versucht, Zahnersatz herzustellen und anzuwenden. Dazu wurde Holz, Elfenbein oder die Zähne von Tieren und sogar von Verstorbenen verwendet. Später wurde der Ersatz für verlorene Zähne aus Porzellan und Kautschuk hergestellt. Heute wird Zahnersatz aus Metall, Keramik oder einer Kombination beider Materialien verwendet.

Festsitzender Zahnersatz – Arten und Vorteile

Zum festsitzenden Zahnersatz gehören folgende Behandlungsmethoden:

  • Zahnbrücken
  • Zahnkronen
  • Zahnimplantate
  • Zahnplomben

Herausnehmbarer Zahnersatz, als Gegenstück zum festsitzenden, umfasst dagegen Prothesen und Teilprothesen. Beim festsitzenden Zahnersatz wird der Ersatz an den vorhandenen Zähnen befestigt. Damit tragen diese die Kaulast des ersetzten Zahnes mit. Als Faustregel gilt dabei, dass ein Zahn die Kaulast von einem weiteren Zahn tragen kann. Mit festsitzendem Zahnersatz kommt man dem natürlichen Zustand sehr nahe. Im Gegensatz zu herausnehmbaren Zahnersatz wird dadurch eine beinahe normale Kau- und Sprechfunktionalität wieder hergestellt.

Die Zahnbrücken
Eine weitverbreitete Methode des festsitzenden Zahnersatzes ist die Brücke. Das Konstrukt besteht aus Pfeilerelementen und einer Brücke. Damit findet der Zahnersatz ausschließlich auf Zähnen, Zahnwurzeln oder Zahnimplantaten einen festen Halt. Der fehlende Zahn wird einfach überbrückt. Es wird zwischen einspännigen und mehrspännigen Brücken unterschieden, je nachdem, wie viele Zähne überbrückt werden müssen. Lücken von bis zu drei fehlenden Zähnen können problemlos überbrückt werden, sofern die Pfeilerzähne gesund sind. Im Frontbereich könnte man sogar vier fehlende Zähne kompensieren. Eine Brücke besteht entweder aus Kunststoff, Keramik oder Metall. Anwendung findet auch eine Kombination aus den Materialien Keramik und Metall.

Gängigste Methode ist die Befestigung der Brückenpfeiler auf den Nachbarzähnen durch eine Zahnkrone. Je nach Art und Größe des zu überbrückenden Zahnes kann sich eine solche Behandlung über mehrere Sitzungen hinziehen. Der so entstandene festsitzende Zahnersatz erweist sich als sehr stabil und hält im Regelfall zwischen 10 und 15 Jahren.

Weitere Arten von Zahnbrücken sind teleskopierende Brücken und Klebebrücken. Die teleskopierende Brücke ist streng definiert ein herausnehmbarer Zahnersatz. Ihre Anfertigung ist mit einem erhöhten Aufwand und höheren Kosten verbunden. Die Klebebrücke wird durch eine Haftverbindung mit den Nachbarzähnen fixiert. Bei dieser Methode wird bei den Pfeilerzähnen viel Zahnsubstanz erhalten, da der Schleifaufwand geringer ist.

Festsitzender Zahnersatz

Festsitzender Zahnersatz @iStockphoto/Adam Antolak

Zusammengefasst lassen sich die Vorteile einer Zahnbrücke wie folgt darstellen:

  • festsitzender Zahnersatz
  • es handlt sich um eine Routinebehandlung
  • der Aufwand ist geringer als zum Beispiel beim Zahnimplantat
  • Erstattung der Krankenkasse durch Festzuschuss
  • zufriedenstellende Ergebnisse in der Ästhetik

Der Einsatz einer Zahnbrücke kann auch Nachteile entfalten:

  • gesunde Zähne werden abgeschliffen
  • mögliche Belastung der Pfeilerzähne
  • mögliche Kariesentwicklung am Rand der Krone

Die Zahnkrone
Eine Zahnkrone ist die häufigste Form eines festsitzenden Zahnersatzes. In erster Linie sorgt sie dafür, dass das normale Sprech- und Kauverhalten wieder hergestellt wird. Eine Zahnkrone kommt immer dann zum Einsatz, wenn die Kaufläche eines Zahnes so weit beschädigt ist, dass sie ihrer natürlichen Funktionalität nicht mehr nachkommen kann. Dies kann durch Karies verursacht werden, durch Unfälle oder nicht ausreichenden Füllungen.

Auf eine Grundlage von Zahnfüllungen wird die Krone auf den Zahn zementiert und beschliffen. Ggf. kann es erforderlich sein, den Zahn durch Metallstifte im Wurzelkanal zu fixieren, um eine stabile Verankerung zu erreichen. Je nach Beschädigung des Zahnes können Teilkronen oder Vollkronen zum Einsatz kommen. Für Zahnkronen können Edelmetalle, NEM-Materialien, Kunststoff und Keramik verwendet werden. Es besteht auch die Möglichkeit, Kombinationen aus Metallen und Kunststoff oder Keramik zu nutzen. Um ein gutes ästhetisches Ergebnis zu erzielen, eignen sich Kunststoff und Keramik am besten. Sie lassen sich den natürlichen Zähnen sehr gut anpassen.

Die Vorteile der Zahnkronenbehandlung zusammengefasst dargestellt:

  • der Zahn wird geschützt und stabilisiert
  • Kau- und Sprechfunktion wird wieder hergestellt
  • gute ästhetische Ergebnisse
  • kann Grundlage eines Pfeilerzahns bei einer Zahnbrücke sein

Die Nachteile einer Zahnkrone als Zahnersatz lassen sich folgendermaßen darstellen:

  • eingeschränkte Pflegbarkeit
  • erhöhte Kariesgefährdung am Kronenrand
  • Festzuschuss der Krankenkasse, relativ hohe Eigenbeteiligung (abhängig von der Kronenqualität)

Die Zahnimplantate
Zahnimplantate sind so etwa wie eine künstliche Zahnwurzel. Das Zahnimplantat wird in den Kiefer eingesetzt. Auf diese künstliche Wurzel wird der künstliche Zahn, der den verlorenen natürlichen Zahn ersetzen soll, aufgebracht. Darüber hinaus eignet sich das Zahnimplantat auch sehr gut, um vorhandene Brücken und Kronen daran zu befestigen. Deshalb werden Zahnimplantate häufig auch dann verwendet, wenn ganze Kieferabschnitte ersetzt werden sollen. Die künstlichen Zähne, die auf das Zahnimplantat aufgebracht werden, schonen die angrenzenden natürlichen Zähne, da diese weder aufgeraut noch geschliffen werden müssen. In aller Regel geht einem Zahnimplantat eine Röntgenaufnahme des Kiefers voraus. Dies kann bei nicht ausgeprägten Kiefern dazu führen, dass der Knochen vor dem Einsatz des Implantats aufgebaut werden muss. Der Vorteil eines Zahnimplantats besteht unter anderem darin, dass die Implantate nicht von Karies oder Paradontose befallen werden können.

Eine kurze Übersicht über die Vorteile der Zahnimplantation:

  • einmaliger Eingriff
  • schnelle Fertigstellung des Endergebnisses
  • Knochen wird gefestigt

Dem stehen folgende Nachteile gegenüber:

  • erhöhtes Risiko des Zahnverlustes
  • relativ teuer

Die Zahnplombe
Ebenfalls zu den festsitzenden Zahnersätzen zählt die Plombe. Bei dieser Methode wird jedoch kein ganzer Zahn ersetzt. Es wird jeweils nur ein Teil des Zahnes durch eine Füllung ersetzt. Ursache für die Beschädigungen am Zahn ist zumeist Karies. Nach der Reinigung der betroffenen Stelle werden die kariösen und maroden Zahnstellen entfernt. Erst wenn die zu füllende Stelle vollkommen desinfiziert ist, wird die Plombe eingebracht.
Dabei bedient man sich verschiedener Materialien. Zu der noch weit verbreiteten, aber umstrittenen, Amalganfüllung, wird häufiger Kunststoff verwendet.

Information und Beratung suchen
Fehlende natürliche Zähne sollten so schnell wie möglich ersetzt werden, um Folgeschäden zu vermeiden. Festsitzender Zahnersatz kann eine gute Lösung sein; dies hängt vom Einzelfall ab. Eine Beratung und Information ist vor Behandlungsbeginn erforderlich. Für Kostenklarheit sorgt ein Kosten- und Behandlungsplan, der ebenfalls vor Beginn der Therapie beim Kostenträger eingereicht werden sollte.