Zahnimplantate aus ausländischen Dentallaboren sind in den letzten Jahren immer beliebter geworden. Was ebenfalls zunehmend an Bedeutung gewinnt, ist die komplette Behandlung im Ausland. Den größten Vorteil stellt dabei sicherlich die Kostenersparnis dar – beim Thema Zahnersatz können sich 30 bis 40 Prozent Ersparnis durchaus bemerkbar machen.
Die Risiken einer Behandlung im Ausland sollten deutsche Patienten allerdings nicht unterschätzen. Ein wichtiger Punkt betrifft die Qualität des Zahnersatzes. Zwar fehlen bislang valide Ergebnisse zu diesem Thema. Stichproben scheinen aber anzudeuten, dass in einer nicht unerheblichen Zahl der Fälle die Verarbeitung des Zahnersatzes nicht mit deutschen Standards mithalten kann. Gleichzeitig ist es gegenüber dem Implantologen und Dentallabor im Ausland schwierig, Gewährleistungsansprüche durchzusetzen.

Parallel dazu steht natürlich die Frage im Raum, wo und wie nachträgliche Arbeiten am Zahnersatz erledigt werden. Muss der Patient dazu wieder ins Ausland reisen oder kooperiert der Implantologe mit deutschen Partnerärzten? Letzteres ist für den Patienten sicher die einfachste Lösung. Im ersten Fall dürfte sich der anfängliche Kostenvorteil allerdings schnell wieder in Luft auflösen, denn die erneute Reise ins Ausland samt der neuerlichen Behandlung kostet Geld. Unter Umständen muss auf den neuen Zahnersatz wieder wochenlang gewartet werden.
An dieser Stelle den Zahnersatz und die Behandlung im Ausland als minderwertig einzustufen, wird den Erfahrungen der Praxis aber sicher nicht gerecht. Betroffene sind grundsätzlich dazu angehalten, vor der Behandlung jedes Angebot auf Herz und Nieren zu prüfen.